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Die Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ in der Zitadelle Spandau zeigt Bildwerke und große Denkmale aus verschiedenen Zeiten der Berliner Geschichte. Diese Bauwerke stehen
heute nicht mehr auf den Straßen und Plätzen oder wurden von ihrem alten Platz weggenommen. Die Ausstellung macht deutlich, dass Denkmale nicht nur Kunstwerke sind. Sie zeigen auch immer
die politischen Ansichten und die Machtverhältnisse der damaligen Zeit. Ein wichtiger Kern der Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, wie die Menschen mit diesen
Objekten umgehen, wenn sich ihre Bedeutung verändert. Viele der gezeigten Arbeiten stammen aus sehr verschiedenen Zeiten der Politik, von der Zeit des Kaisers über die Nationalsozialisten bis
hin zur DDR. Sie wurden damals aus dem Stadtbild entfernt, weil ihre Aussage nicht mehr zu den heutigen Werten passte.
Zu den ausgestellten Stücken gehört auch das „Schreitende Pferd“ von Josef Thorak. Es stammt aus der Zeit der Nationalsozialisten und war ein Teil der riesigen Anlage der Neuen Reichskanzlei
in Berlin. Die Figur sollte Macht, Stärke und Größe darstellen. Damit war sie ein fester Teil der damaligen politischen Bauwerke. Nach dem Jahr 1945 wurde sie weggenommen. Heute ist sie in
der Sammlung der Zitadelle zu sehen und wird dort geschichtlich erklärt und untersucht. Schon vor dem Besuch hatten die Schülerinnen und Schüler ganz genaue Wünsche: Sie
wünschten sich eine genaue Erklärung darüber, warum diese Denkmale aus dem Stadtbild weggenommen wurden. Auch die Geschichten im Hintergrund dieser schweren Objekte
interessierten sie sehr. Gleichzeitig war den Jugendlichen wichtig, dass der Rundgang lebendig gestaltet ist, Freude bringt und auf keinen Fall langweilig wird.
Die Ausstellung zeigte diese Arbeiten glücklicherweise nicht einzeln oder feiernd, sondern erklärte sie mit gutem geschichtlichem Wissen. Dadurch konnte man verstehen, wie stark sich die
Bedeutung von Denkmalen im Laufe der Zeit verändern kann. Es wurde auch klar, warum der Umgang mit ihnen bis heute sehr gefühlvolle Gespräche über das Erinnern und die Geschichte
hervorruft.Insgesamt regte die Ausstellung dazu an, das eigene Nachdenken über Denkmale auf öffentlichen Plätzen zu prüfen. Man versteht besser, dass sie immer auch die Zeit abbilden, in der sie gebaut
wurden. Am Ende des Tages waren sich alle einig: Die Wünsche der Schülerinnen und Schüler wurden ganz erfüllt. Der Rundgang war fachlich sehr lehrreich, aber auch dauerhaft spannend und kurzweilig aufgebaut.

Maria Sommerau