Angemessene einleitende Worte zu finden, die den grauenhaften Eindrücken vom KZ-Wesen gerecht werden, ist nicht möglich. Aus diesem Grund möchte ich – im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkstättenfahrt ins KZ Auschwitz-Birkenau – vorrangig vom emotionalen Erleben sprechen und sehe von sachlicher Berichterstattung ab.
„Von hier müssen wir noch 20 Minuten zu Fuß laufen“, rief Frau Ambrozynski uns entgegen. Schlagartig wurde die allgemeine Heiterkeit durch bedächtiges und schweigsames Verhalten abgelöst und wir liefen los.
Uns war bereits das KZ Theresienstadt bekannt, welches wir im Rahmen der Prag-Fahrt besichtigten und hatten demzufolge eine dunkle Vorahnung, was uns bevorstand. Frau Ambrozynskis Weisung, dass wir uns alle der historischen und menschlichen Bedeutung des Ortes angemessen kleiden und verhalten sollten, stellte sich als überflüssig heraus. Jeder und jede einzelne legte von selbst eine achtungsvolle Haltung an den Tag.
Den Rundgang traten einige in Kleingruppen an, während manche – wie Sindou und ich – eine Alleinbesichtigung vorzogen. Zuerst passierten wir einen ringsum betonierten Gang mit einigen Kurven, wo uns flüsternde Stimmen einige Namen von ermordeten Häftlingen entgegenriefen. Ich persönlich befand mich inmitten einer Gruppe von Besuchern, die gleichmäßig dem Eingang zustrebte, als mich das unwohle Gefühl beschlich, Teil einer entrechteten, willenlosen Arbeitskolonne zu sein. Am Eingang angekommen, eröffnete sich uns der Blick auf Stacheldrahtzäune, Backsteingebäude und im Vorfeld platzierte Gedenktafeln. Umgehend schwangen die dunkle Vorahnung und das mulmige Bauchgefühl in blankes Entsetzen und tiefe Betroffenheit um. Die Kälte fraß sich plötzlich unerbittlich durch die wärmenden Kleidungsschichten hindurch und fuhr in Mark und Bein. Mit bedächtigem Schritt bewegten wir uns auf das schneebedeckte Barackenlager zu, ohne zu ahnen, dass es sich in unser Gedächtnis als menschliche Todesfabrik einbrennen sollte.
Als ich mir die Gedenktafeln durchlas und meinen Blick durch die Besucherströme gleiten ließ, entdeckt ich Anna mit tränengefüllten Augen und weitere zutiefst berührte Mädchen unserer Gruppe. Ob auch ich angesichts der hier begangenen Grausamkeiten den Tränen nahe sein werde? Mit gemischten Gefühlen gingen wir weiter ins Stammlager Auschwitz.
Einzig der Besuch des Konzentrationslagers vermag nicht die wahre Geschichte über das Vergangene zu vermitteln. Man muss die stummen Zeugen der Zeit – die historischen Objekte und Baulichkeiten – sowie die unbelebten Bilder nutzen, um geistig einen lebhaften Eindruck von den Geschehnissen zu gewinnen. Beispielsweise gilt es, die restaurierten Krematorien und Gaskammern auf der einen Seite und die Bilder von Menschen auf ihrem letzten Marsch auf der anderen so zusammenzusetzen, sodass man sich den genauen Ablauf vorstellen kann.
Dies dient dazu, um einerseits die Gefühlslagen der Betroffenen nachempfinden zu können und andererseits, um sich die Echtheit ins Bewusstsein zu rufen. Es fällt nämlich schwer, sich diese unvorstellbaren Grausamkeiten der KZ-Wachmannschaft und die unerträglichen Leiden der unschuldigen Häftlinge als wahre Begebenheit klarzumachen.
Im Zuge unserer Besichtigung traf jeder auf den berüchtigtsten Ort – Block 11. Die Versetzung in diesen glich einem Todesurteil und bedeutete einen qualvollen Weg des Sterbens. Vor mir verließen einige bekannte Gesichter das besagte Gebäude mit eisenharten Minen, denn sie sahen den Grausamkeitshöhepunkt, obwohl sie nie an eine Steigerung gedacht hätten. Nachdem ich die Gedenktafel studiert hatte, betrat ich Block 11 – wieder mit der oben genannten „Erinnerungs- und Empathie-Mentalität“. Allein die Vorstellung, dass Menschen dort dem Hunger- und Kältetod überlassen wurden oder mit einem großen Folterarsenal körperlich und geistig gebrochen wurden, löste größtmögliches Unbehagen aus. Unsere Gruppe empfand, was in der Nachbesprechung Anton äußerst emotionsgeladen zum Ausdruck brachte: Wie können Besucher nach der Besichtigung völlig unberührt in ausgelassene Gespräche verfallen, als befänden sie sich in einer Tourismusattraktion? Unsere Antwort lautete: Schutzmechanismus zur Verdrängung oder wirkliches (unbegreifbares) Desinteresse.
Unweigerlich drängte sich in das Betroffenheitsgefühl die Überlegung der Schuldfrage ein. Waren unsere Vorfahren aus dieser Zeit Verbrecher gewesen? Hatten sie alle die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verantworten? Diese berechtigten Fragen sind pauschal nicht zu beantworten und bergen reichlich Polarisierungspotenzial. Dennoch bin ich der Auffassung, dass Ideologien, die – wie der Nationalsozialismus – ihre Feindbilder entmenschlichen und folglich auch ihren Vollstreckern die Menschlichkeit nehmen, zu grenzenlosen Gräueln antreiben. Diese Vollstrecker sind Täter und bewusste „Wegseher“ tragen indirekte Schuld an dem Holocaust und dem Feldzug gegen das sogenannte „Untermenschentum“.
Umso mehr mahnen die rund 1.1 Millionen Toten von Auschwitz-Birkenau zu mutigem Einsatz gegen Hass und für Völkerverständigung – oder um es in den Worten von Fritz Bauer zu sagen: „Seid Menschen“. Wenn du gerade diesen Bericht liest, dann wirst du vermutlich die hohe Opferzahl von 1.1 Millionen Menschen mit Erstaunen oder Erschrecken vernommen haben. Aber ist dir bewusst, dass jeder und jede Einzelne, von jung bis alt, auf die gleiche Weise wie du Schmerzen, Trauer und Leid empfunden hatte? Wenn man hört, dass jemand unter unmenschlichem Arbeitseinsatz vor Erschöpfung zusammenbricht, dann ist das sicherlich bemitleidenswert, aber fragt man sich nicht, wie man selbst mit diesen Qualen zurechtkommen würde?
Diese tiefgründige Frage wurde in unserer abendlichen Auswertung von jedem mit Nachdenken beantwortet. Insbesondere deshalb, weil alle an der Bildergalerie vorbeikamen, wo einige einst namenslos gemachte Menschen durch bildliche Darstellung ihre Identität wiedererlangten. Dies vermerkte Antonia in ihrem Bericht, in dem sie richtig feststellt, dass „alle Inhaftierten nicht als Mensch mit Name und Identität wahrgenommen wurden, sondern lediglich als Wesen, bei denen eine Kennzeichnung durch eine Nummer reichte.“
Mir fiel auf, dass Frauen ungefähr drei Monate und Männer sechs Monate überlebten, bevor sie auf verschiedene, aber gleichermaßen grausame Weise ihren Tod fanden.
Eine weitaus größere Beachtung verdienen die Kinder von Auschwitz, die Elina mitfühlend in ihrem Bericht erwähnt, da sie kaum zu leben gelernt hatten. Ausgestellt waren Fotos von befreiten Kindern, die teilweise auf den Armen von polnischen DRK-Helferinnen saßen und dem Leben entgegensahen. Leider gab es auch ein Bild von einem großen Bruder, der an der rechten Hand seinen kleinen Bruder und an der linken Hand seine kleine verträumt blickende Schwester führte. Alle waren definitiv unter 12 Jahre alt. Die Bildunterschrift beziehungsweise das Ziel des Weges möchte ich nicht nennen...
Ein weiteres Bild mit traurigem Ausgang zeigt ein kleines, ordentlich gekleidetes ungarisches Mädchen, das bei ihrer Ankunft in Auschwitz ängstlich und unbeteiligt dem wilden Treiben zusieht.
Weit nach dem Anbruch der Dämmerung sammelten wir uns vor dem Birkenau-Komplex, der durch zahlreiche Baracken, Gaskammern und Krematorien geprägt war. Bei beißender Kälte, wildem Schneetreiben und schneidendem Wind, warteten wir auf den Bus, der uns zurückbringen sollte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir innerlich tief beeindruckt und gerührt. Dem einen mag die Kälte, dem anderen eine Unterhaltung von den Tageseindrücken abgelenkt haben. Ich stand einsam vor dem Lagertor, als mir auffiel, dass der Komplex nach hinten hinaus von einem weiten Wald umgeben war. Das bedeutet, dass die Inhaftierten von der Freiheit lediglich wenige Meter getrennt waren; leider bestanden diese „wenigen Meter“ aus Stacheldrahtzäunen mit bewaffneten Wachposten und dahinterliegenden Wiesen.
Hierbei kam mir ein interessanter Gedanke in den Sinn: Vor 80 Jahren haben die Häftlinge denselben Mond und dieselben Bäume des Waldes gesehen. Dem einen mag dies als geistiger Überlebensanker gedient haben.
Ich kann nur einige Impressionen mit den verbundenen Gedanken- und Gefühlsgängen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz-Birkenau detailliert ausführen und weiß, dass jeder und jede andere noch ganz andere Sichtweisen auf das Erlebte beschreiben könnte. Dennoch hoffe ich, dass mein Bericht dem Leser einen nachvollziehbaren Einblick in unsere Reise gegeben hat und ihn ermutigt, selbst diese wertvolle Erfahrung zu machen.
Letztlich danke ich im Namen aller Frau Ambrozynski und Herrn Acker für die Organisation und Betreuung unserer Gedenkstättenfahrt.
„Die Toten mahnen uns.“ – Samuels Appell
Philipp, am 18.01.2025
Besuch aus Dänemark!
Am 11. September 2024 war es wieder soweit:
60 Schüler:innen und 6 Lehrer:innen der Frøstruphave Efterskole aus der Nähe der kleinen Stadt Nørre Nebel in Jütland waren zu Gast an der Merian-Schule!
Gemeinsam mit den bilingualen Schüler:innen der 10.4 konnten sich unsere Besucher:innen in Workshops über Besonderheiten des Schullebens in Deutschland, über ihre Erfahrungen in Berlin und das eine oder andere Hobby (Fußball !!!) austauschen.
Besonders begeisternd war das phänomenale Buffet, das die 10.4 gezaubert hatte.
Die Merian-Schule steht in regelmäßigem Austausch mit der dänischen Schule, an der auch Deutsch gelehrt wird. Jedes Jahr besuchen uns die Dänen im Rahmen ihrer traditionellen Exkursion nach Berlin und auch wir haben uns bereits auf den Weg in den hohen Norden gemacht, um zu erkunden, wie „Schule auf Dänisch“ funktioniert.
Wir freuen uns bereits auf den Besuch im nächsten Jahr und das riesige
Süßigkeiten-Paket (immer mit Lakritze und Marzipan!), das uns stets als wunderbares Gastgeschenk überreicht wird. 😊
M. Barth-Reisenberger
September 2024
Am Freitag, dem 7.06.2024 waren die Humboldt Explorers bei der 8.2 in der Merian Schule. Das Thema war „Pflanzliche Artenvielfalt und abiotische Faktoren, die die Pflanzliche Artenvielfalt beeinflussen“. Abiotische Faktoren sind Faktoren aus der unbelebten Natur wie z.B. die Sonneneinstrahlung oder die Wasserverfügbarkeit. Durch diesen Workshop wurden wir, die SchülerInnen der Klasse 8.2 selbst zu WissenschaftlerInnen und konnten auf unserem Schulhof zu naturwissenschaftlichen Phänomenen forschen.
Nach einem kurzen aktivierenden Einstieg, bei dem uns die Bedeutung verschiedener Pflanzen bewusstwurde, konnten wir uns die notwendige Theorie für den anstehenden Praxisversuch mit Hilfe von iPads selbständig erarbeiten.
Nachdem das alle Gruppen getan haben, haben wir uns wieder in den 4er Gruppen getroffen und Materialien bekommen. Zunächst sind wir auf den Schulhof gegangen und haben uns eine 1x1 Meter Fläche gesucht, auf der wir die Artenvielfalt bestimmen wollten. Wir haben die einzelnen Pflanzen auf unserer Fläche fotografiert um herauszufinden, wie diese Pflanze heißt. Als dies geschafft war durften wir zählen/schätzen, wie oft diese Pflanze auf der 1x1 Meter Fläche zu finden ist.
Weiterhin haben wir die Ausrüstung bekommen, die wir dafür benötigen. Wie z.B. eine Sense-Box. Eine Sense-Box ist ein Gerät, das die Werte des Bodens misst. Sie misst z.B. die Bodenfeuchtigkeit. Der Sensor wird dafür in den Boden gesteckt. Dieser zeigt dann die Bodenwerte an und diese Werte haben wir notiert (siehe Abb.)
Bei den Untersuchungen mit der Sense-Box auf dem Schulhof haben wir gelernt, dass es sehr schwer ist, herauszufinden, wie abiotische Faktoren die pflanzliche Artenvielfalt beeinflussen, wenn man sich nur einzelne Faktoren ansieht. Die Faktoren Versiegelung, Bodenfeuchte und Temperatur haben nicht ausgereicht, um Zusammenhänge zu erkennen. Wir hatten vorher schon gelernt, dass eine hohe Versiegelung und eine hohe Temperatur zu einer niedrigen Artenvielfalt führen. Bei den Untersuchungen konnte man das allerding nicht erkennen, die Orte mit einer hohen Versiegelung hatten oft eine hohe Artenvielfalt. Der Ort mit der niedrigsten Artenvielfalt hatte eine niedrige Versiegelung und eine hohe Bodenfeuchte, die eigentlich zu einer hohen Artenvielfalt führt.
Am Ende haben wir uns dann auch noch Wege oder Möglichkeiten ausgedacht, wie man für eine höhere Artenvielfalt auf dem Schulhof sorgen könnte z. B. könnte man einen Bereich auf dem Schulhof machen, wo man der Natur freien Lauf lässt, weil auch biotische Faktoren, also Faktoren aus der belebten Natur einen großen Einfluss auf die pflanzliche Artenvielfalt haben.
Falls du mehr über die Humboldt Explorers erfahren möchtest:
Gleich in der ersten Woche nach den Herbstferien bekam die Merian-Schule Besuch aus dem hohen Norden Europas. Schülerinnen und Schüler des Kunstgeschichte-Kurses der Borgarholtsskóli in Reykjavík/Ísland befanden sich in der Woche auf Kursfahrt in Berlin, und über bereits bestehende Kontakte zu unserer Schule ergab sich die Möglichkeit an der Merian-Schule vorbeizuschauen und mal „Hæhæ“ zu sagen.
Über einen sehr angenehmen Austausch vorab mit den beteiligten Lehrkräften auf isländischer Seite in Person von Frau Helga Kristrún Hjálmarsdóttir und Frau Kristín María Ingimarsdóttir, und Frau Barth-Reisenberger, Frau Zenk und Herr Hinz auf Köpenicker Seite, konnte ein Programm-Plan für die isländische Delegation erstellt werden, in welchem sich Schülerinnen und Schüler beider Seiten kennenlernen und austauschen konnten.
Am Dienstag, den 07.11., empfing Frau Barth-Reisenberger unseren Besuch aus Island am Standort Hoernlestraße, und es ging gleich in den Kunstunterricht bei Frau Zenk mit der 10.4. Nach einer kurzen Mittagspause ging es für die Isländer/-innen weiter mit einem Unterrichtsbesuch bei Frau Barth-Reisenberger im 13er Oberstufen-Kurs im Fach Englisch. Das Kennenlernen verlief dabei so gut, dass sich ein paar isländische und deutsche Schüler/-innen für den Nachmittag verabredeten, um sich weiter auszutauschen!
Am Mittwoch Morgen (08.11.) hatte die 8.1 von Frau Zenk in ihrem Kunst-/Englisch-Unterricht das Vergnügen, die Isländer und Isländerinnen über ihre isländischen (Weihnachts-)Bräuche auszufragen. Zum Abschluss des Besuchs ging es nochmal in der Köpenicker Altstadt auf einen kleinen Stadtrundgang, in welchem natürlich auch nochmal die Geschichte vom „Hauptmann von Köpenick“ erzählt wurde.
Auch wenn es nur zwei Tage an der Merian-Schule waren, allen Beteiligten, Schüler- sowie Lehrerschaft, hat es große Freude bereitet, zum einen sich auszutauschen, zum anderen einen kurzen Einblick in die jeweilige andere Kultur zu bekommen, und vielleicht aber auch die ein oder andere Freundschaft knüpfen zu können.
Wir hoffen, unsere isländischen Freunde ganz bald wiederzusehen, entweder an der Merian-Schule in Köpenick, oder vielleicht sogar im hohen Norden am Polarkreis an der Borgarholtsskóli in Reykjavík auf Ísland.
Bestu kveðjur
(freundliche Grüße)
Herr Hinz
Es ist fast schon zur Gewohnheit geworden, dass einzelne Kurse der Merian-Schule mit dem Paul-Singer-Verein, dem Träger des Friedhofs der Märzgefallenen, kooperieren. Bereits zum fünften Male waren wir auch in diesem Jahr wieder zu Gast auf diesem ältesten Berliner Gedenkort der Demokratie, auf dem die Toten der Revolution von 1848 bestattet liegen. Am Rande des Friedrichshains, im 19. Jahrhundert noch vor den Toren Berlins gelegen, waren es diesmal die Schüler*innen des Geschichts-Grundkurses von Herrn Berger, die einen etwas unbekannteren Aspekt der wechselhaften Geschichte des Friedhofs beleuchteten. Denn nicht nur die toten Revolutionäre der Berliner Märzkämpfe waren dort zu Grabe getragen worden. Auch die ersten Toten der Revolution ab November 1918 wurden hier beigesetzt, bevor die Berliner Stadtverwaltung im Dezember 1918 verfügte, dass, um Unruhen zu vermeiden, die weiteren Opfer im fernen Lichtenberg ihre letzte Ruhe finden sollten. Eine Geschichte, die den Paul-Singer-Verein in jedem Jahr zu zwei öffentlichen Gedenkveranstaltungen, am 18. März und am 9. November, veranlasst.
Und so stand unter der kompetenten Anleitung von Herrn Schmitz, dem pädagogischen Leiter des Vereins, in diesem Jahr die Vorbereitung eines Beitrages zum Gedenktag am 9. November im Vordergrund, der an die Revolution von 1918/19 und deren Opfer auf dem Weg zur ersten deutschen Demokratie erinnern sollte. Nach zwei ausgiebigen Seminartagen – jeweils einer in Friedrichshain und an unserer Schule –, an denen die Geschichte dieses so unterschiedlich interpretierten Ereignisses und deren ebenso umstrittene Langzeitwirkung untersucht wurde, präsentierten die Schüler*innen des Kurses dann schließlich am 9. November auf dem Friedhof eine Szene, in der die Errungenschaften der Novemberrevolution dem Publikum vorgestellt wurden. Mit Plakaten und durch kurze Redebeiträge wurden diese vor den dort anwesenden ca. 70 Besucher*innen dargestellt. Eingebettet war dies in ein Programm, in dem neben Reden der Bezirksbürgermeisterin Clara Hermann, des Bundestagsabgeordneten Pascal Meiser und von Susanne Uhl, Leiterin des Hauptstadtbüros der Gewerkschaft NGG, auch beeindruckende Lieder der Revolution, vorgetragen von Isabel Neuenfeldt, zu hören waren. Einigkeit bestand danach sowohl darüber, dass unser Beitrag auch in diesem Jahr wiederum wertvoll und der Erkenntnisgewinn groß war, wie auch darüber, dass die Kooperation in den kommenden Jahren unbedingt fortgesetzt werden soll.
Wer sind wir?
Zum Krisenteam der Merian-Schule gehören engagierte Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen sowie die Schulleitung. Wir treffen uns in regelmäßigen Zusammenkünften und bei akuten Krisenfällen, um schnell und zielführend zu handeln.
Was sind unsere Aufgaben?
Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen den einzelnen Akteuren der Schulgemeinschaft. Wir vermitteln zwischen der Klassenleitung, den Vertrauenslehrkräften, den Kontaktpersonen und dem sozialpädagogischen Bereich und bieten Unterstützung in Krisenfällen an. Dies können sowohl akute persönliche Krisen eines Schülers oder einer Schülerin sein, als auch größere, schulweite Ereignisse, die Auswirkungen auf die gesamte Schulgemeinschaft haben. Unser Krisenteam setzt sich dafür ein, die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Schülerinnen und Schüler sowie unserer Schulgemeinschaft insgesamt zu gewährleisten.
Wann werden wir aktiv?
- schwere/wiederholte Beleidigung, Mobbing
- Drohungen und Bedrohung
- Suchtmittelkonsum und Handel mit Suchtmitteln
- körperliche und psychische Gewalt im Schulalltag
- Gewalt auf Datenträgern
- Gewalt in der Familie
- sexuelle Übergriffe
- Suizidäußerung und Suizidversuch
- Nötigung/Erpressung/Raub
- Trauerfälle
- Vandalismus
- verfassungsfeindliche Äußerungen
- Waffenbesitz und Waffengebrauch
- Amokdrohung
Wer kann Hilfe in Anspruch nehmen?
- Schülerinnen und Schüler
- Eltern und Erziehungsberechtigte
- Lehrkräfte und weitere Personen der Schulgemeinschaft
Wie sind wir zu erreichen?
Bei einer persönlichen Krise oder der einer anderen Person, gilt es, schnell Hilfe zu holen. Grundsätzlich empfehlen wir, sich in einer solchen Situation zunächst an die Klassenleitung, die Vertrauenslehrer oder den sozialpädagogischen Bereich zu wenden. In dringenden Fällen sind wir aber auch direkt über die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen.
Traditionell finden im Rahmen der „Berufs- und Studien-Orientierung“ (BSO) unmittelbar vor den Weihnachtsferien für alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I gleichzeitig Praktika bzw. Projekt-wochen statt. Auf der Basis dieses für Berlin einzigartigen und mehrfach ausgezeichneten Kon-zeptes erhält jede Schülerin bzw. jeder Schüler in jedem Schuljahr bis zum Ende des 13. Jahrganges Einblicke in die reale Berufs- oder Studienwelt.
Hier geht's zum vollständigen Artikel...
Am 16.11.2022 wurden die besten Schüler*innen (insgesamt 63 Schüler*innen) der Physik Leistungskurse der Berliner und Brandenburger Schulen von der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin im größten Hörsaal der TU Berlin mit einem Preis ausgezeichnet. Von unserer Schule wurden Elina Jüngel und Milan Schauer geehrt.
Am 07. September 2022 machte der 9. Jahrgang der Frøstruphave Efterskole aus Dänemark einen Austausch bei uns an der Merian-Schule. Da die Dänen nur Dänisch und Englisch sprechen, haben sich die bilingualen Klassen des 8. und 9. Jahrgangs dazu bereit erklärt, die Schüler*innen willkommen zu heißen.
Gegen 9 Uhr kamen die 60 dänischen Schüler*innen und 7 Lehrer*innen am Standort Hoernlestraße im Audimax an. Die Aufregung war groß und das nicht nur bei unseren Schüler*innen der Merian-Schule. Den ganzen Tag über sollte sich nur in Englisch unterhalten werden. Das war eine Herausforderung für alle.
Wir haben in gemischten Gruppen Plakate zu verschiedenen Bereichen unseres Alltags angefertigt, die jeweils darstellen sollten, wie wir in den beiden Ländern, aber halt auch auf europäischer Ebene, mit den unterschiedlichen Themen umgehen.
Zwischendurch durften wir uns immer an dem tollen Buffet bedienen.
Da es sehr langweilig gewesen wäre, wenn immer nur eine Gruppe präsentiert hätte, während die anderen nur dasitzen und zuhören, fanden unsere Präsentationen in Form eines Gallery-Walks statt.
Im Endeffekt war es doch nicht so schwer, ausschließlich Englisch zu sprechen, weil es sehr viel Spaß gemacht hat und sogar die eine oder andere Freundschaft geschlossen wurde.
Als es zum Abschied kam, haben die Lehrkräfte ein kleines Geschenk von den dänischen Lehrerkräften erhalten und alle haben sich freundlich verabschiedet.
Aber vielleicht sehen sich die Frøstruphave Efterskole und die Merian-Schule wieder. Das nächste Mal vielleicht wieder in Dänemark? Noch ist es unbekannt, ob es ein Wiedersehen geben wird, aber wir hoffen alle drauf.
Am 02.05. erhielten Schülerinnen und Schüler der Französischkurse des 7. und 9. Jahrgangs Besuch von einer Französin. Nachdem der Besuch wegen Corona mehrmals verschoben werden musste, war es nun endlich so weit. Anaïs vom Institut français kam an unsere Schule, um den Schülerinnen und Schülern im Rahmen spielerischer Aktivitäten, Frankreich und die französische Sprache näher zu bringen. Die Lektorin des FranceMobil, die aus Rouen stammt und selbst bereits das vierte Jahr in Deutschland verbringt, ermutigte die Schülerinnen und Schüler auch, schon während ihrer Schulzeit einen Auslandsaufenthalt zu wagen. Am Ende der Animation stellte sie zwei deutsch-französische Mobilitätsprograme vor. Durch den direkten Kontakt mit einer Muttersprachlerin konnten und mussten alle ihre Französischkenntnisse erproben. Und die Kommunikation funktionierte!
Auf der Webseite des deutsch-französischen Jugendwerks gibt es Informationen zu den vorgestellten Mobilitätsprogrammen:
https://www.dfjw.org/programme-aus-und-fortbildungen/voltaire-programm.html
Brigitte-Sauzay-Programm (dfjw.org)
Vive le français ;)
M. Mencke




